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Klimawandel

Der Maschinenpark auf dem Schulte-Osthoff´schen Betrieb wächst. Das neueste Spielzeug ist eine motorgetriebene Schubkarre. Toleranz und Mitgefühl sind Nepomuks hervorstechende Eigenschaften, und so erläutert er seinen Stallgenossen: „Die körperliche Schwäche der Menschen muss von je her durch tierische und technische Helfer kompensiert werden“.

Neue Technik hat ja oftmals auch etwas Gutes…, wenn nicht die Klimakatastrophe durch immer mehr Benzinverbraucher drohen würde. Und schon entbrennt eine hitzige Diskussion unter den Pferden. Viele ihrer Vorfahren - so weiß manches Ross zu überliefern - hatten einen sicheren Arbeitsplatz, ehe Trecker, Autos, Mopeds und viele große und kleine Motorhelfer lärmend und stinkend ihre historischen Aufgaben übernahmen. Manchen angeblich modernen Schnickschnack enttarnen sie als alt bewährtes: Permanenten Allradantrieb haben sich die Autobauer schließlich von den Rückepferden des vorigen Jahrhunderts abgeguckt.

Sprachgesteuerte Navigation wird gefeiert, als sei das zuvor nie dagewesen. Dabei weiß doch jedes Pferd, dass es bei dem Stimmkommando „Hü“ starten und bei „Hott“ rechts abbiegen soll. Zugegeben, bei den Modellen moderneren Pferdetyps hakt es schon mal mit der Sprachsteuerung. Aber was immer einwandfrei funktioniert, ist die automatische Positionsbestimmung: ganz ohne jährliches Update finden sie jederzeit in den Heimatstall! Auch das equine Bremssystem lässt keine Wünsche offen, lässt es sich doch über Zügel und/oder Gesäß bedienen.

Beim Stichwort „Bremssystem“ gibt die Vollblutstute Comtessa kokett zu, dass sie auf diesbezügliche Kommandos sehr variabel reagiert. Beim Vergleich von Kraftstoffaufnahme und Schadstoffausstoß gehen erneut die Rösser als Sieger hervor. Bei ihrer Bilanz bleibt ihnen der Zugang zu den städtischen Umweltzonen natürlich gestattet. Außer vierspännig rückwärts einparken geht alles!

Wenn mehr Pferde als Autos geboren werden, lässt sich die Klimakatastrophe vielleicht noch verhindern?

Die besonders umweltbewussten Blondinen aus Tirol weisen in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit des Recyclings ihrer Endprodukte hin.

Den aufgeregt diskutierenden Tieren fällt noch manch gattungstypischer Vorzug ein. „Meinen Wendekreis beim Spin unterbietet kein Kraftfahrzeug!“, strunzt z.B. der braune Quarter Horse-Wallach.

Nepomuk ermahnt seine Kollegen zur Fairness. Er bemerkt, dass die vielen Maschinen zwar dem Umweltklima abträglich seien, aber in Betrieben, in denen das Arbeitsklima einer Klimakatastrophe ähnelt, kann der Einsatz technischer Geräte Laune, Eifer und Arbeitsergebnis verbessern.

Während der klugen Ausführung beobachten die Vierbeiner den Pferdepfleger mit der voll beladenen Motorschubkarre auf dem Weg zur Mistplatte. Da der Schritt seiner Hose knapp über Kniehöhe liegt, ist er im Raumgriff etwas eingeschränkt. Das wird ihm zum Verhängnis, als er eine auf dem Hof stehende Putzkiste übersieht und ins Straucheln gerät…

Die wilden Flüche bestärken die Pferde in ihrem Wissen: ob Otto-, Diesel- oder Elektromotor – wirklich liebenswert ist nur der Hafermotor!

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